… fand statt beim tänzelnden Herumirren durch die Gänge des Bundeswehkrankenhauses, zu den Klängen von Enya aus meinem MP3-Player, irgendwo zwischen “Cursum Perficio” und “Only Time”, als es mir egal wurde, ob ich bei meinem Tanz zu den für andere unhörbaren Rhythmen beobachtet wurde oder nicht, und ich mich mit offenem Herzen und offenen Armen der Musik in meinem Inneren vollständig hingab. Und ich verstand, dass in mir nichts ist, was vor der Welt geheim gehalten werden muß.
Und so blickte ich in mich hinein und wurde erfüllt von Bewunderung und Zärtlichkeit. Und zum ersten mal in meinem Leben ist dieses Gefühl greifbar nah: das Gefühl absoluter Sicherheit.
Entreissen mußte ich diese Erkenntnis aus den Untiefen der Zeit, aus den Klauen von vernarbtem Seelengewebe, hinter Gezeiten von Verdrängung und Abscheu… Doch nun ist sie da, ausgestreckt in meiner Hand, eine einfache und fröhliche Wahrheit, die für jedes Lebewesen in jeder Welt gilt, bedingungslos und uneingeschränkt:
Ich bin wunderbar!
Ich fühle, wie die Welt ihre sanften, orchideenblütenartigen Arme nach mir ausstreckt, mich umhüllt und mir zuflüstert “Du bist ein Teil von mir. Nichts in Dir ist mir fremd. Alles in Dir, jede Zelle, jeder Gedanke, jeder Atemzug, macht mich größer!” Und so bleibt kein Raum mehr für Scham oder Angst angesichts dieser allumfassenden Liebe.
Keine Geheimnisse mehr!
Wahrlich, die Zeit meiner Geheimnisse muss enden! Hier und jetzt und endgültig! Nichts in mir muss vor der Welt noch geheim gehalten werden.
Und so richte ich mein Gebet an alle helfenden höheren Wesen, auf dass ich diesen Moment und diese Wahrheit niemals vergesse, auf dass ihr Siegel für immer in mich eingebrannt bleibe, Teil meiner jeden Zelle werde, jedes Knochen meines Skeletts, auf dass ich nie wieder einen gebeugten Schritt tue.