Vor nicht nicht allzu langer Zeit, in einem nicht allzu fernen Land, da wollte sich eine mittelständische Firma „neu strukturieren“. Zu diesem Zweck schlossen sich viele der vermeintlich klügsten Köpfe dieser Firma über einen langen Zeitraum regelmäßig für mehrere Tage ein und wendeten ihre kostbare und teuer bezahlte Zeit auf, um Visionen und Strategien zu erfinden, mit denen der Firma Erfolg und Prosperität für das ganze Jahrtausend gesichert werden würde, mindestens aber für die nächsten 2 bis 3 Jahre.
Das Ergebnis dieser überaus fruchtbaren und aufregenden kollektiven Selbstfindung war hauptsächlich ein Satz von Powerpoint-Folien mit bunten Bildern, Tabellen und aufwärts tendierenden Säulen- und Liniendiagrammen. Auf der Titelfolie – der Eröffnungsfolie wenn man so will – stand stolz und unbeirrt das Motto des so lang und gründlich erarbeiteten Veränderungsprozesses:
Erfolgreiche Menschen tun nichts besonderes…
aber sie tun es… konsequent…
Aha?!?
Und was bitteschön soll mir das nun sagen? Dass auch konsequenter Mittelmaß uns an die Spitze führen kann? Soll mich das jetzt etwa motivieren, oder was? Toll, dass ich an nichts besonderem teilhaben darf, aber das dafür konsequent Tag für Tag…
Ach Leute! So ein „Leitspruch“ muss kurz und knackig sein, und eine positive fundamentale Symbolik vermitteln. Gewissermaßen muss er einen „Hauch Poesie“ enthalten, denn alle Prinzipien, die für den Refrain eines erfolgreichen Songs gelten, gelten grundsätzlich auch für erfolgreiche Leitbilder.
Ein Vorschlag zur Güte:
Das nächste mal, lasst gleich einen Songschreiber ‘ran – dann wird das Ganze zumindest amüsant!